Ultimativer Praxis-Test: Shelly Pro 3EM – smarter 3-Phasen-Energiezähler für dein Smart Home
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TL;DR
Der Shelly Pro 3EM ist ein dreiphasiger Energiezähler für die DIN‑Schiene und wird im Schaltschrank montiert. Über drei Stromklemmen (CTs) misst er L1/L2/L3 und liefert damit sehr saubere Leistungs‑ und kWh‑Werte für Home Assistant (Energy Dashboard, Automationen, Auswertungen).Besonders stark ist er für PV‑Setups (Eigenverbrauch/Netzbezug/Einspeisung), zum Erkennen von Lastspitzen und als Zwischenzähler – z. B. für Einliegerwohnung oder Büro, um Verbräuche transparent zu erfassen und sauber abzurechnen. Netzwerkseitig ist LAN ideal, aber WLAN funktioniert bei gutem Empfang ebenfalls stabil (bei Bedarf mit Repeater). Der Einbau gehört in die Hände eines Elektrikers.
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Warum der Shelly Pro 3EM bei uns gelandet ist
Wenn man einmal anfängt, sein Smart Home ernsthaft zu optimieren, landet man früher oder später bei der Frage: Wo geht eigentlich unsere Energie hin – und wann? Genau da setzt der Shelly Pro 3EM an. Er ist kein „Nice-to-have“-Gadget, sondern ein sehr pragmatisches Werkzeug: Ein dreiphasiger Energiezähler für die DIN‑Schiene, der Spannungen, Ströme und Leistungen pro Phase misst und die Werte lokal im Netzwerk bereitstellt.
Ganz entscheidend (und das wird bei Energie‑Gadgets oft unterschätzt): Der Shelly Pro 3EM wird im Schaltschrankauf die DIN‑Schiene montiert. Die eigentliche Messung passiert über drei Stromklemmen (CTs) – je eine pro Phase (L1/L2/L3). Diese Klemmen werden um die jeweiligen Leiter gelegt und liefern dem Shelly die Stromwerte. Genau dadurch bekommst du in Home Assistant echte 3‑Phasen‑Transparenz statt nur einen „Pi‑mal‑Daumen“-Gesamtwert.
Was ist der Shelly Pro 3EM?
Der Shelly Pro 3EM besteht im Kern aus zwei Teilen: dem eigentlichen DIN‑Schienen‑Gerät (im Schaltschrank) und drei Stromklemmen/Current‑Transformer‑Clamps (CTs) für die drei Phasen. Die Klemmen sitzen jeweils um L1, L2 und L3 – und genau diese Kombination macht den Pro 3EM so interessant für ein sauberes Energie‑Monitoring.
Der Shelly Pro 3EM ist ein dreiphasiger Energiezähler zur Hutschienen‑Montage. Er misst pro Phase:
- Spannung (V)
- Strom (A)
- Leistung (W)
- Energie (kWh) – inkl. Import/Export (praktisch für PV)
Die Daten werden lokal bereitgestellt (Weboberfläche am Gerät) und können in Home Assistant, aber auch in anderen Systemen weiterverarbeitet werden. Für uns ist der entscheidende Punkt: Die Messwerte landen automatisch dort, wo unsere Automationen und Dashboards sowieso leben: in Home Assistant.
Für wen lohnt sich der Shelly Pro 3EM wirklich?
Ganz ehrlich: Der Pro 3EM ist nichts für „nur mal schnell ausprobieren“. Er lohnt sich, wenn du mindestens einen dieser Punkte erfüllst:
- Du hast eine PV‑Anlage und willst Verbrauch vs. Einspeisung sauber sehen.
- Du möchtest deine großen Verbraucher (Wärmepumpe, Wallbox, Küche, Werkstatt) besser verstehen.
- Du willst ein belastbares Energy‑Dashboard in Home Assistant aufbauen.
- Du brauchst einen Zwischenzähler, der smarte Daten liefert (und nicht nur eine LCD‑Anzeige).
- Du möchtest einen Bereich sauber getrennt erfassen und abrechnen – z. B. Einliegerwohnung, Büro, Ferienwohnung oder Werkstatt. Als Zwischenzähler liefert der Pro 3EM dir dafür verlässliche kWh‑Werte (inkl. Zeitverlauf), die du transparent auswerten und für die Kostenaufteilung nutzen kannst.
Wenn du hingegen „nur“ eine Steckdose messen willst: Dann ist ein Smart Plug oder ein Unterputz‑Messaktor der bessere Einstieg – zum Beispiel ein Tuya Zigbee Smart Plug 16A (Link zu unserem Testbericht). Der Shelly Pro 3EM spielt seine Stärke aus, wenn du dreiphasig und systemisch messen willst.
Varianten: 50A, 120A, 400A und 3CT63 – welche passt zu dir?
Beim Shelly Pro 3EM ist die Messlogik im Gerät ähnlich, die Unterschiede stecken vor allem in den beiliegenden Stromwandlern (Klemmen/CTs) bzw. deren Auslegung.
120A (häufigster Standard)
Das ist die Variante, die man am häufigsten sieht. Sie passt in vielen Haushalten und ist eine solide Wahl, wenn du genügend Platz für die Stromklemmen im Schaltschrank hast.
50A (für kleinere Ströme / enge Auslegung)
Sinnvoll, wenn du sicher weißt, dass du pro Phase deutlich unter 50 A bleibst und eher „feiner“ messen willst. In der Praxis ist 50 A im Haushalt oft knapp, je nach Hausanschluss und Lastprofil.
400A (für größere Anlagen)
Das ist eher die Option für größere Zuleitungen, Werkstatt/Industrie oder wenn du hohe Ströme erwartest. Die Klemmen sind entsprechend ausgelegt.
3CT63 (kompakter Ansatz, typischerweise bis 63 A)
Die 3CT63‑Variante ist interessant, wenn du in einem klassischen Setup mit 63‑A‑Auslegung unterwegs bist und kleinere/handlichere CTs bevorzugst. Gerade im vollgepackten Verteiler kann das ein echter Vorteil sein.
Ganz wichtiger Hinweis zur Auswahl
Die Auswahl der passenden CT‑Variante ist kein Ratespiel. Bitte kläre das mit einem Elektriker. Es geht um reale Ströme, Leiterquerschnitte, Platz im Verteiler und die sichere Montage. Stromklemmen werden zwar „nur“ um Leiter gelegt – trotzdem ist das Arbeiten im Schaltschrank nichts für Basteln nebenbei.
Installation: DIN‑Schiene, Stromklemmen, Sicherheit
Der Shelly Pro 3EM wird im Schaltschrank auf der DIN‑Schiene (Hutschiene) montiert. Mechanisch ist das schnell erledigt: einklicken, ausrichten, fertig.
Der kritische Teil ist der elektrische Anschluss und das Anbringen der Stromwandler (Klemmen):
- Der Elektriker klemmt die Spannungsversorgung korrekt an und setzt das Gerät sauber auf die DIN‑Schiene.
- Die drei CT‑Klemmen werden jeweils um L1, L2 und L3 gelegt (Ausrichtung beachten, damit Import/Export und Vorzeichen später korrekt sind).
- Je nach Messpunkt (Hausanschluss, PV‑Einspeisung, Unterverteilung) muss sauber entschieden werden, wo gemessen wird.
Wir empfehlen: Lass dir vom Elektriker gleich erklären, was genau ihr messt (Netzbezug, Gesamthaus, PV‑Produktion, einzelner Abgang). Sonst wunderst du dich später im Dashboard über „komische“ Vorzeichen oder fehlende Werte.
Inbetriebnahme: LAN schlägt WLAN (wenn möglich)
Der Shelly Pro 3EM kann über LAN, WLAN und Bluetooth arbeiten. Unsere klare Reihenfolge:
- LAN (am stabilsten – aber nur, wenn ein Netzwerkkabel bis in den Schaltschrank liegt)
- WLAN (bei uns im Einsatz und absolut stabil – wichtig ist nur, dass am Ort des Schaltschranks wirklich guter Empfang herrscht; falls nicht, hilft oft ein WLAN‑Repeater. Wir verlinken hier gleich eine Empfehlung: FRITZ!Repeater)
- Bluetooth (primär fürs Onboarding)
Erster Zugriff
Typischer Ablauf:
- Gerät wird eingeschaltet.
- Es spannt initial einen WLAN‑Access‑Point auf.
- Du verbindest dich damit und erreichst die Weboberfläche (oft über 192.168.33.1).
Alternativ geht die Einrichtung meist auch direkt über die Shelly App (je nach Setup). Wir nutzen im Alltag aber lieber die lokale Weboberfläche und anschließend Home Assistant.
Firmware direkt am Anfang aktualisieren
Bevor du Zeit in Dashboards steckst: Erst Firmware aktualisieren. Das verhindert viele Kleinigkeiten (Geräteerkennung, Stabilität, Sensoren) und ist später einfach angenehmer.
Home Assistant Integration: das eigentliche Ziel
Sobald der Shelly im Netzwerk ist, taucht er bei Home Assistant in der Regel automatisch als „Entdeckt“ auf. Ein Klick – und du hast direkt eine Reihe Entities:
- Leistung und Energie pro Phase
- Gesamtwerte
- Spannungen/Ströme
- (je nach Gerät/Ansicht) weitere Diagnosewerte
Hier lohnt es sich, strukturiert vorzugehen:
Schritt 1: Entitäten sauber benennen
Wenn du mehrere Zähler hast (z. B. Haus + PV + Wallbox), ist das Benennungsschema entscheidend. Wir machen das meist nach Messpunkt:
- „Netz – Phase L1/L2/L3 – Leistung“
- „Netz – Gesamt – Energie Import“
- „PV – Gesamt – Energie Export“
Schritt 2: Energy Dashboard aufbauen
Home Assistant kann die Werte im Energy Dashboard sehr gut visualisieren, wenn:
- die kWh‑Sensoren korrekt als Energie klassifiziert sind
- Import/Export sauber getrennt ist
- die Messrichtung stimmt

Schritt 3: Firmware‑Updates und Betrieb über HA
Praktisch: Je nach Integration kannst du Firmware‑Updates auch über Home Assistant anstoßen. Trotzdem lohnt es sich, die Weboberfläche des Shelly zu kennen – vor allem für Netzwerk‑ und Security‑Settings.
Best Practices: Sicherheit und Stabilität im Alltag
Ein Energiezähler im Netzwerk ist ein kritisches Gerät – nicht wegen „Hacker‑Panik“, sondern weil er dauerhaft läuft und dir echte Betriebsdaten liefert.
1) Geräte‑Passwort setzen
Wenn kein Passwort gesetzt ist, kann grundsätzlich jeder im Netzwerk die Weboberfläche öffnen. Deshalb: Passwort setzen – du findest das direkt in der Weboberfläche unter Settings → Device Settings → Authentication (dort Passwort vergeben und speichern).**
2) Access Point deaktivieren
Der initiale WLAN‑Hotspot ist fürs Setup hilfreich, im Dauerbetrieb aber unnötig. Wir deaktivieren ihn nach der Einrichtung. Settings → Network settings → Access Point → hacken raus nehmen
Praxis: Was uns am Shelly Pro 3EM überzeugt hat (und was nicht)
Messwerte und Detailtiefe
Was wir wirklich mögen: Du bekommst pro Phase sehr transparente Werte. Das hilft bei typischen Fragen:
- Warum zieht die Wärmepumpe gerade so viel?
- Welche Phase ist stärker belastet?
- Gibt es Spitzen beim Kochen/Backen?
Die Genauigkeit ist im Alltag absolut brauchbar. Wir sehen den Shelly nicht als geeichten Zählerersatz, aber als sehr gutes Monitoring‑Tool.
On‑Device Historie
In der Praxis landen die Verlaufsdaten bei uns sowieso in Home Assistant, weil Home Assistant die Sensorwerte automatisch historisiert (Recorder/DB) und wir sie dort für Dashboards und Auswertungen nutzen. Die lokale Zwischenspeicherung am Gerät ist eher ein Bonus – entscheidend ist, dass du die Historie im Alltag in Home Assistant sauber verfügbar hast.
Wo man realistisch Grenzen spürt
- Platz im Schaltschrank: Die CT‑Klemmen brauchen Raum, besonders bei dicken Leitern.
- Einbau ist kein DIY‑Wochenendprojekt: Elektriker ist Pflicht.
- Du musst dir vorher Gedanken machen, was du messen willst – sonst bekommst du zwar Daten, aber keine Erkenntnis.
Smarte Anwendungsfälle, die wirklich Spaß machen
Hier ein paar Szenarien, die wir in der Praxis besonders sinnvoll finden:
PV: Eigenverbrauch und Einspeisung sichtbar machen
Der Pro 3EM kann Import/Export erfassen. Damit siehst du sehr schnell:
- Wann du Netzstrom beziehst
- Wann du einspeist
- Wie stark Lasten deinen Eigenverbrauch drücken

Lastspitzen erkennen (und vermeiden)
Wenn du große Verbraucher hast (Wallbox, Sauna, Durchlauferhitzer, Werkstatt), kannst du dir in Home Assistant Automationen bauen:
- „Wenn Gesamtleistung > X kW, dann Wallbox drosseln“
- „Wenn PV‑Überschuss > Y, dann Heizstab im Boiler/Warmwasserspeicher zuschalten (Warmwasser anheben)“
Phasen‑Monitoring und Fehlersuche
Gerade bei „komischen“ Problemen im Haus (unruhige Verbraucher, auffällige Schieflast) ist es hilfreich, pro Phase sehen zu können, was passiert.
Verbrauchs‑Benachrichtigungen
Wir mögen simple, aber effektive Alerts:
- „Standby‑Verbrauch nachts zu hoch“
- „Ungewöhnlich hoher Verbrauch am Wochenende“
- „PV‑Ertrag fällt ab“ (in Kombination mit weiteren Sensoren)
Vorteile und Nachteile auf einen Blick
Vorteile
- Sehr gute Integration in Home Assistant
- Dreiphasige Messung mit Detailtiefe pro Phase
- LAN, WLAN und Bluetooth – flexible Einbindung
- Lokale Weboberfläche, kein Cloud‑Zwang
- Spannend für PV‑Setups (Import/Export)
Nachteile
- Installation nur mit Elektriker sinnvoll/zulässig
- Platzbedarf durch CT‑Klemmen
- Overkill, wenn du nur einzelne Geräte messen willst
Fazit: Klare Kaufempfehlung – mit dem richtigen Setup
Der Shelly Pro 3EM ist für uns ein sehr überzeugender Energie‑Baustein im Smart Home. Besonders dann, wenn du ohnehin schon Home Assistant nutzt (egal ob dein restliches Smart‑Home eher Zigbee‑lastig ist oder nicht). Die Kombination aus lokaler Messung, sauberer Integration und dem Fokus auf dreiphasige Transparenz macht ihn zu einem der sinnvollsten „Upgrades“ im Schaltschrank.
Unsere Empfehlung:
- 3CT63: wenn du ein klassisches 63‑A‑Setup hast und Platz/Handling der CTs eine Rolle spielt
- 120A: der robuste Allrounder für die meisten Haushalte
- 400A: für größere Anlagen und hohe Ströme
Wenn du PV betreibst oder deinen Hausverbrauch wirklich verstehen willst, ist der Shelly Pro 3EM eine sehr gute Wahl. Aber: Plane die Messpunkte sauber, lass den Einbau professionell machen – und dann spielt das Gerät seine Stärken voll aus.
